Vi Christian den Niende, af Guds Nåde Konge til Danmark, de Venders og Goters, Hertug til Slesvig, Holsten, Stormarn, Ditmarsken, Lauenborg og Oldenborg,

Gør vitterligt: Rigsdagen har vedtaget og Vi ved Vort Samtykke stadfæstet følgende Lov:

 

Wir, Christian der Neunte, von Gottes Gnaden König von Dänemark, der Wenden und Goten, Herzog von Schleswig, Holstein, Stormarn, Ditmarschen, Lauenburg und Oldenburg,

Tun hiermit kund: Der Reichstag hat beschlossen, was Wir nun allen als Gesetz bekanntgeben werden:

 

Lov om Regjeringens Førelse i Tilfælde af Kongens Umyndighed, Sygdom eller Fraværelse

Lov nr. 25 af 11. februar 1871

gilt unverändert fort
 

Gesetz über die Führung der Regierung im Falle von Unmündigkeit, Krankheit oder Abwesenheit des Königs

Gesetz Nr. 25 vom 11. Februar 1871

gilt unverändert fort
 

§ 1. Er den regjerende Konge paa Grund af Sygdom eller Fraværelse forhindret fra selv at føre Regjeringen, overdrager han dens førelse til Thronfølgeren, hvis denne er myndig, tilstede og ikke ved Sygdom forhindret, og i modsat Fald indsætter han en Rigsforstander.

Dersom Kongen ikke er i Stand til selv at træffe den fornødne Bestemmelse om Regjeringens Førelse i de ovenangivne Tilfælde, eller han reiser ud af Riget uden at have gjort det, sammenkalder Statsraadet ufortøvet Rigsdagen. Naar da denne i en forenet Samling har erkjendt Nødvendigheden, overtages Regjeringens Førelse af Thronfølgeren, om han er myndig, tilstede og ikke ved Sygdom forhindret, og i modsat Fald udnævner den forenede Rigsdag en Rigsforstander. Til et gyldigt Valg udfordres, at den Valgte har faaet over Halvdelen af de afgivne Stemmer. Opnaar Ingen dette ved første Valg, foretages et frit Omvalg, og, hvis derved heller ikke Nogen opnaar over Halvdelen af Stemmerne, foretages et bundet Valg mellem de Tvende, som have faaet flest Stemmer.

Er Regjeringens Førelse i de foranførte Tilfælde bleven overdragen til en Anden end Thronfølgeren, overtager denne dog samme, naar de Grunde, der have hindret ham heri, senere maatte falde bort. Er der Tvivl i saa Henseende tilstede hos Statsraadet, sammenkalder det ufortøvet Rigsdagen, som afgjør Sagen i en forenet Samling.

 

§ 1. Ist der regierende König durch Krankheit oder Abwesenheit verhindert, selbst die Regierung zu führen, soll er die Führung derselben dem Thronfolger übertragen, sofern derselbe mündig, im Reiche und nicht durch Krankheit davon abgehalten ist, sonst  aber einem Reichsvorsteher.

Wenn der König aber nicht imstande ist, selbst eine Bestimmung hierüber zu treffen, oder wenn er das Reich verläßt, ohne eine solche Bestimmung getroffen zu haben, hat der Staatsrat unverzüglich den Reichstag einzuberufen. Wenn dieser alsdann in einer vereinigten Sitzung  die Notwendigkeit einer Regentschaft anerkannt hat, so soll die Regierung vom Thronfolger übernommen werden, sofern derselbe mündig, im Reiche und nicht durch Krankheit davon abgehalten ist, ansonsten ernennt der vereinigte Reichstag einen Reichsvorsteher. Eine gültige Wahl erfordert, dass der Gewählte mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen erhalten hat. Erhält keine Person im ersten Wahlgang eine solche Anzahl von Stimmen so wird ein zweiter Wahlgang mit denselben Personen oder mit anderen Personen durchgeführt, und wenn auch dann noch niemand mehr als die Hälfte der abgegeben Stimmen erhalten hat, findet ein dritter Wahlgang zwischen den beiden Personen statt, die im zweiten Wahlgang die meisten Stimmen erhalten haben.

Die Führung der Regierung bleibt der nach den vorstehenden Bestimmungen bestimmten Person übertragen, bis die Gründe wegfallen, welche den Thronfolger daran hinderten, die Regierung zu übernehmen. Ist in dieser Hinsicht der Wegfall der Gründe zweifelhaft, so beruft der Staatsrat unverzüglich den Reichstag, der über den Wegfall der Hinderungsgründe in einer vereinigten Sitzung beschließt.

 

§ 2. Er der Grund til at frygte, at Thronfølgeren ved Kongens Død vil være umyndig eller af anden Aarsag ude af Stand til strax at tiltræde Regjeringen, træffes der af Kongen med Rigsdagens Samtykke Bestemmelse om Regjeringens Førelse ved en Rigsforstander. Døer Kongen, udenat saadan Bestemmelse er truffen, sammenkalder Statsraadet ufortøvet Rigsdagen, som i en forenet Samling vælger en Rigsforstander efter Reglerne i § 1.

 

§ 2. Ist Grund zum Befürchten vorhanden, es werde der Thronfolger beim Tode des Königs noch unmündig, oder aus andern Ursachen außer Stande sein, selbst die Regierung zu führen, so wird der König mit der Zustimmung des Reichstags Bestimmungen über die Führung der Regierung durch einen Reichsvorstand erlassen. Stirbt der König, ohne eine solche Bestimmung erlassen zu haben, hat der Staatsrat unverzüglich den Reichstag einzuberufen, der in einer vereinigten Sitzung den Reichsvorstand nach den Regeln des § 1 wählt.

 

§ 3. Gaar Thronfølgen ved den umyndige Konges Død over paa en anden umyndig Konge, vedbliver den Rigsforstander, der har ført Regjeringen i den afdøde Konges Navn, at føre den ogsaa i den nye Konges Navn.

 

§ 3. Geht die Thronfolge von einem unmündigen König auf einen anderen unmündigen König über, bleibt der Reichsvorstand, der die Führung der Regierung im Namen des verstorbenen Königs geführt hat, im Amt und führt die  Regierung im Namen des neuen Königs fort.

 

§ 4. Er ved Kongens Død Thronfølgeren fraværende fra Riget, sammenkalder Statsraadet Rigsdagen, der i en forenet Samling bestemmer en Tid, inden hvilken han skal vende tilbage for at overtage Regjeringen, samt afgjør i Forbindelse hermed, om Statsraadet imidlertid skal føre Regjeringen, eller om en Rigsforstander skal indsættes.

 

§ 4. Ist der Thronfolger beim Tod des Königs vom Reich abwesend, beruft der Staatsrat den Reichstag ein, der in einer vereinigten
Sitzung die Zeit bestimmt, in dem der neue König in das Reich zurückgekehrt sein muß und bestimmt, ob der Staatsrat während dieser Zeit die Regierung führen soll oder ob ein Reichsvorstand zwischenzeitlich eingesetzt werden soll.

 

§ 5. Rigsforstanderen maa være en myndig og til Thronen arveberettiget Prinds eller en fuldmyndig Mand, som har dansk Indfødsret, og høre til den evangelisk-lutherske Kirke.

 

§ 5. Der Reichsvorstand muß mündig und zum Thron erbberechtigter Prinz oder ein vollmündiger Mann sein, der das dänische Staatsbürgerrecht besitzt und der evangelisch-lutherischen Kirche angehören.

 

§ 6. Ingen kan tiltræde Regjeringens Førelse som Rigsforstander, forinden han har aflagt en saadan edelig Forsikring som den, der omhandles i Grundlovens § 7.

 

§ 6. Niemand kann die Führung der Regierung übernehmen oder Reichsvorstand sein, bevor er nicht den Eid abgelegt hat, von dem § 7 des Grundgesetzes handelt.

 

§ 7. Rigsforstanderen træder, saalænge han fører Regjeringen, i statsretlig Henseende i Kongens Sted. Han udøver den kongelige Myndighed og nyder den samme Ansvarsfrihed som Kongen; Ministrene ere ansvarlige for Regjeringens Førelse.

 

§ 7. Der Reichsvorstand tritt, solange er die Regierung führt, in staatsrechtlicher Hinsicht an die Stelle des Königs. Er übt die königliche Gewalt aus und genießt dieselbe Unverantwortlichkeit wie der König; die Minister sind verantwortlich für die Führung der Regierung.

 

§ 8. Dersom Rigsforstanderen ikke kan eller vil tiltræde Regjeringens Førelse eller døer eller bliver ude af Stand til at vedblive med Regjeringens Førelse eller ønsker at fratræde denne, har Statsraadet ufortøvet at indkalde Rigsdagen, som i en forenet Samling tager Bestemmelse om Udnævnelsen af en anden Rigsforstander.

 

§ 8. Wenn der Reichsvorstand die Regierung nicht mehr führen kann oder stirbt oder nicht mehr in der Lage ist, die Regierung zu führen oder er zurücktritt, hat der Staatsrat unverzüglich den Reichstag einzuberufen, der in vereinigter Sitzung Bestimmungen zur Ernennung eines anderen Reichsvorstandes trifft.

 

§ 9. Regjeringen føres midlertidig af Statsraadet i alle Tilfælde, hvor Rigsforstanderen ikke umiddelbart overtager den eller senere ophører med at føre den.

 

§ 9. Die Regierung wird in der Zwischenzeit vom Staatsrat in allen Fällen geführt, so lange der Reichsvorstand sein Amt nicht übernommen hat oder es aufhört, zu führen.

 

     Hvorefter alle vedkommende sig have at rette.

     Givet paa Amalienborg, den 11te Februar 1871.

Under Vor Kongelige Hånd og Segl

Frederik R.

L. Gr. Holstein.

 

     Wonach sich alle betreffenden zu achten haben.

     Gegeben zu Amalienborg, dem 11. Februar 1871

unterzeichnet mit königlicher Hand und Siegel

Friedrich R.

L. Gr. Holstein.

 

Ein Reichsvorstand ist seit Erlassung des Gesetzes nie gewählt worden und es ist immer nur der direkte Thronfolger mit der Führung der Regierung betraut worden, sollte ein genannter Fall eintreten. Sowohl der erlassende König Christian IX. hatte zum Zeitpunkt der Regierungsübernahme am 15. November 1863 einen 20jährigen Sohn und Thronfolger, den 1906 folgenden Friedrich VIII, der zum Zeitpunkt der Regierungsübernahme einen 35jährigen Sohn und Thronfolger. 1912 folgte dieser, Christian X, der zum Zeitpunkt seiner Regierungsübernahme im Januar 1912 nur einen 12jährigen Sohn als Thronfolger hatte, so dass in der Zwischenzeit sein jüngerer Bruder Harald im Falle einer Abwesenheit des Königs die Regierung führen konnte (der eigentlich berechtigte Bruder Karl, war seit 1905 König von Norwegen); ab 1917 konnte der spätere Friedrich IX als mündiger Thronfolger dann die Regierung um Falle der Abwesenheit des Königs führen. Bei der Regierungsübernahme Friedrichs IX. am 20. April 1947 war der König noch ohne männlichen Thronfolger, so dass sein Bruder Knut diese Aufgaben übernahm. Ab 1953 war dann zwar die weibliche Thronfolge eingeführt, aber die spätere Königin Margarethe war erst 1958 mündig und konnte ab diesem Zeitpunkt die Regierung jederzeit führen, vorher übernahm dies Prinz Knut. In der Zeit von 1972 (Übernahme der Regierung durch Margarethe II.) bis 1986 (Volljährigkeit  des Kronprinzen Friedrich) übernahm zuerst Prinz Knut und nach 1976 Prinzessin Benedikte die Führung der Regierung sollte die Königin abwesend sein. Prinzessin Benedikte erledigt diese Aufgabe auch noch heute, wenn Königin und Kronprinz gleichzeitig außer Landes sind.

Seit 1953 ist ohne weiteres an die Stelle des Reichstags in vereinigter Sitzung das Folketing getreten.

 


Quellen: retsinformation.dk
© 25. März 2016 - 27. März 2016


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